„Zeilen auf ein weißes Blatt geschrieben“ – Die CEG im Gespräch mit dem Generalsekretär des hessischen CDU-Landesverbandes

Wiesbaden

Seit Anfang des Jahres führt die 2010 in Nidda ins Leben gerufene Gesellschaft für christlich-ezidische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung (CEG) mit Sitz in Lollar Gespräche sowohl mit geistlichen Vertretern  der christlichen wie ezidischen Religionsgemeinschaft als auch mit politischen Vertretern in Deutschland wie in der Region des Nahen Ostens. Erst kürzlich kam es zu Gesprächen mit mehreren Ministern im irakischen Bundesstaat Kurdistan. Ziel dieser Gespräche ist es, auf die Gruppe der rund 70.000 Eziden in Deutschland, von denen etwa 2500 in Hessen leben, aufmerksam zu machen und die Lage der in den Regionen des Nahen Ostens beheimateten Eziden und christlichen Gruppierungen zu diskutieren.

Begleitet von dem Kreistagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden der CDU Wettenberg Dr. Gerhard Noeske wurden nun Vorstandsvertreter der CEG durch den Generalsekretär des CDU-Landesverbandes Peter Beuth in Wiesbaden empfangen.

Der Vorstandsvorsitzende der CEG Prof. Dr. Linus Hauser erläuterte zu Beginn des Gesprächs mit Generalsekretär Beuth die Notwendigkeit, den Nahen Osten als auch die Gruppe der aus dieser Region stammenden Migranten in ihrer religiösen wie kulturellen Vielfalt wahrzunehmen. Gerade in einer Zeit, in der man in der öffentlichen Wahrnehmung Integration meist mit den berechtigten Bemühungen um eine gesellschaftliche Anbindung aus der Türkei stammender Muslime und Muslima gleichsetze, dürfe man die religiösen Minderheiten des Nahen Ostens nicht aus den Augen verlieren. Entsprechend gelte es einen „antizyklischen Blick“ auf die Unbeachteten zu werfen, zu denen nicht nur die Eziden, sondern auch orientalische Juden, Samaritaner, die kleinen christlichen Denominationen wie syrisch-orthodoxe, armenisch-apostolisch orthodoxe oder koptische Christen, Mandäer, Sabäer, Zoroastrier, Drusen und auch die Bahai zu zählen sind.

Der stellvertretende Vorsitzende der CEG und Gemeinderatsvorsitzender der ezidischen Gemeinden in Hessen  Irfan Ortac erläuterte im Anschluss an diese Darlegungen die Situation der Eziden in Hessen. Es zeige sich, dass die Eziden in Deutschland eine neue Heimat gefunden hätten, deren Kultur und Grundwerte sie teilten. Als Schlüssel zu dieser gelungenen Integration seien dabei Sprache, Bildung und ein Bekenntnis zur demokratisch-freiheitlichen Grundordnung der Bundesrepublik anzusehen, wie auch Michael Novian (CEG-Pressesprecher) anmerkte.
Des Weiteren machte Ortac auf die Lage der Eziden in den Regionen des Nahen Ostens aufmerksam, die hier als religiöse Minderheit oftmals denunziert und unterdrückt würden und erörterte die Möglichkeiten einer positiven politischen Einflussnahme auf diese Situation.

In der offen und freundlich gestalteten Diskussion mit den Vorstandsmitgliedern der CEG dankte Generalsekretär Beuth zunächst dafür, dass man mit diesem Gespräch Zeilen auf ein bislang nicht nur für ihn „weißes Blatt“ geschrieben habe. Er würdigte die positiven Integrationsleistungen der Eziden in Hessen, die es auch hinsichtlich ihres exemplarischen Charakters im Rahmen politischer Integrationskonzepte zu prüfen gelte. Der Generalsekretär vermochte im Anschluss daran den Vertretern der CEG noch einige konkrete Handlungsperspektiven im Zusammenhang mit der Arbeit der CDU zu vermitteln, die ein Stück positiver Zukunft gemeinsamen Handelns in sich tragen.

Bild: v.l. Dr. Gerhard Noeske, Prof. Dr. Linus Hauser, Irfan Ortac, Peter Beuhl

 

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